
Video kann ja heutzutage jeder. Da unsere kleine Blinkenfirma sich jedoch standhaft weigert, eine Bewegtbildproduktion wie jede andere zu sein, hat sie nun kurzerhand aufgerüstet und ist stolze Besitzerin einer Bolex H-16 aus dem Jahre 1954.
Der hochmoderne Objektivrevolver verrät: Hier herrscht an Brennweiten kein Mangel, 16, 25 und 75mm eröffnen dem Filmfreund ungeahnte Bildgestaltungsmöglichkeiten. What the Funk is a Zoom?
Auf der Höhe der Zeit ist auch die Umweltverträglichkeit des kleinen Schnurrers: kein Akku, keine Batterie, genau genommen überhaupt keine Elektrik - geschweige denn Elektronik. Der innovative und zuverlässige Federmotor zieht den Film vielmehr mit gespeicherter Muskelkraft hinter den Linsen durch. "Akku war leer" kann also ab sofort aus dem Ausredenreservoir entsorgt werden. (Na gut, "Film war alle" ist ein recht tauglicher Ersatz.)

Wer nun allerdings glaubt, die Anschaffung dieses mechanischen Präzisionswunders ist lediglich meiner bekannten Schwäche für exotische Kameras geschuldet, liegt nicht nur schief, sondern ist ebenso gewickelt: Wir planen, das gute Stück tatsächlich im Produktivbetrieb einzusetzen. Natürlich nicht immerzu und permanent, schließlich kosten 2:46 Minuten Rohmaterial in etwa so viel wie ein Billigflug nach Malle (und für Entwicklung und Digitalisierung wären noch einige Inselrundreisen drin), die einen oder anderen, gelegentlich seltenen Spezialschüsse werden wir aber künftig nichtsdetoweniger auf Film filmen. Des Looks wegen. Und weil Video schließlich jeder kann.












